Bundesverband veröffentlicht Umfrage: Ärzte und Kliniken jetzt bei der ASV unterstützen

Pressemitteilung vom 27. 11.2014 (Download als PDF)
Direkt zu den Ergebnissen der Umfrage

München, 27. November 2014: Die Umsetzung der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) kommt nur sehr langsam in Fahrt. Das gab der Bundesverband ambulante spezialfachärztliche Versorgung e.V. heute in München bekannt. Bislang seien erst insgesamt sechs ASV-Teams bundesweit gestartet, so das Ergebnis einer Umfrage des Verbands in Kooperation mit der Ärzte Zeitung.

Der Bundesverband hatte in den letzten Wochen sämtliche Erweiterte Landesausschüsse (ELAs) angeschrieben, um Transparenz über den aktuellen Umsetzungsstand der neuen Versorgungsebene zu erhalten. Insgesamt 17 ELAs sind verantwortlich für die Prüfung der Teilnahmevoraussetzungen von Kliniken und niedergelassenen Ärzten für die ASV. Mit der Umfrage reagierte der Verband auf die Tatsache, dass ein bundesweites Verzeichnis der ASV-berechtigten Kliniken und Ärzte wohl nicht vor Mitte 2015 zu erwarten ist.

An der Umfrage beteiligten sich 13 der 17 ELAs. Insgesamt gingen zwölf Teilnahmeanzeigen für Tuberkulose und neun Anzeigen für gastrointestinale Tumoren und Tumoren der Bauchhöhle ein. In vier Fällen wurde bei Tuberkulose, in zwei Fällen bei den gastrointestinalen Tumoren nach Prüfung der Unterlagen eine ASV-Berechtigung ausgesprochen. Sechs Anzeigen für die ASV-Teilnahme im Bereich Tuberkulose mussten abgelehnt werden, da die Voraussetzungen nicht gegeben waren.

Die meisten Verfahren sind nach Auskunft der ELAs noch nicht abgeschlossen, da notwendige Unterlagen fehlen. Häufig müssten Kooperationsverträge des interdisziplinären Teams oder Qualifikationsnachweise nach § 135 Abs. 2 SGB V nachgefordert werden. Auch seien in einigen Fällen nicht alle Fachgruppen, die der Gemeinsame Bundesausschuss indikationsspezifisch vorschreibt, im Team vertreten. „Die ASV sollte laut politischem Willen ein entbürokratisierter Versorgungsbereich werden“, so Verbandsvorstand Dr. Axel Munte. „Dies ist bei weitem nicht gelungen. Eine Teilnahmeanzeige für die ASV kann problemlos mehrere hundert Seiten Nachweise umfassen. Dies schreckt viele qualifizierte Ärzte und Kliniken zunächst ab.“ Der Bundesverband appellierte an Gesetzgeber und Gemeinsamen Bundesausschuss, die Vorgaben nochmals einer kritischen Revision zu unterziehen.

Der Verband kündigte an, in der Zwischenzeit in Kooperation mit anderen Berufsverbänden ASV-interessierte Ärzte und Kliniken zu begleiten. „Hier ist praktische und praxisnahe Unterstützung nötig. Sonst wird die ASV nicht ins Laufen kommen“, ergänzte Verbandsvize Dr. Wolfgang Abenhardt.

Die vollständigen Ergebnisse der Umfrage sind auf der Homepage des Bundesverbands ASV veröffentlicht.

 

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