Verband kritisiert: Veraltete Leistungen im ASV-Leistungskatalog

Pressemitteilung vom 23. Juni 2016 (Download PDF)

München, 23. Juni 2016: Die jüngsten Änderungen der Richtlinie zur ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) werden die Umsetzung der ASV weiter erschweren. Darauf wies der Bundesverband ASV hin. Am 21. Januar 2016 hatte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) klarstellend beschlossen, dass alle Leistungen des  Behandlungsumfangs durch ein ASV-Team vorzuhalten sind. „Wir haben im Dialog mit Ärzten festgestellt, dass dabei Leistungen gefordert werden, die veraltet oder für das betreffende Krankheitsbild gar nicht indiziert sind“, stellte Verbandsvorstand Dr. Axel Munte fest. „Solche Leistungen verpflichtend vorzugeben, erschwert die Zulassung von Teams für die ASV“.

Der G-BA legt in indikationsspezifischen Konkretisierungen die in der ASV abrechenbaren Leistungen im so genannten Behandlungsumfang fest. Im Januar wurde die ASV-Richtlinie nun dahingehend präzisiert, dass all die darin enthaltenen Leistungen vom ASV-Team angeboten werden müssen. Der Beschluss ist derzeit noch nicht in Kraft getreten.

Nach Aussage des Bundesverbands ist im Behandlungsumfang für gastrointestinale Tumoren und Tumoren der Bauchhöhle zum Beispiel die EBM-Ziffer 25320 enthalten. Diese umfasst eine Bestrahlung mit einem Telekobaltgerät bei gut- oder bösartigen Erkrankungen oder alternativ die  Bestrahlung mit einem Linearbeschleuniger bei gutartigen Erkrankungen. Telekobaltgeräte sind in Deutschland aber aufgrund der Entsorgungsproblematik und der schlechteren physikalischen Eigenschaften aus der Therapie weitgehend verschwunden. Da die ASV-Indikation der gastrointestinalen Tumoren nur bösartige Veränderungen umfasst, ist eine Leistung für gutartige Erkrankungen hier nicht zutreffend. Auch die Leistung der Weichstrahl- oder Orthovolttherapie (EBM-Ziffer 25310) spiele in der Therapie gastrointestinaler Tumoren keine Rolle, erfuhr der ASV Verband.

„Problematisch ist, dass einige Erweiterte Landesausschüsse tatsächlich überprüfen, ob Teams jede einzelne Leistung des Behandlungsumfangs anbieten. Dies führt bei ASV-interessierten Ärzten und Krankenhäusern zu großer Verunsicherung und verlangsamt somit den Start der ASV weiter“, kritisiert Verbandsvize Dr. Wolfgang Abenhardt. „Aufgrund der föderalen Struktur der Erweiterten Landesausschüsse mit unterschiedlichen Vorgehensweisen bedarf es eindeutiger und medizinisch sinnvoller Regelungen des G-BA. Nur so kann die Umsetzung der ASV im Interesse der Patienten schneller voranschreiten“, forderten Munte und Abenhardt.

Ansprechpartner des Bundesverbands ambulante spezialfachärztliche Versorgung e.V.:
Dr. Axel Munte
Vorsitzender des Vorstands
Tel. 0172 / 89 27 000
axel.munte@bv-asv.de

Ältere Pressemeldungen:

ASV-Umsetzung konkret unterstützen

Pressemitteilung vom 20. Mai 2015 (Download PDF)

Niedergelassene und Klinikärzte stärker vernetzen

Pressemitteilung vom 31. März 2015 (Download PDF)

GBA setzt Zeichen: Fallakte endlich Pflicht in der ASV

Pressemitteilung vom 09. Februar 2015 (Download als PDF)

Bundesverband veröffentlicht Umfrage: Ärzte und Kliniken jetzt bei der ASV unterstützen

Pressemitteilung vom 27. 11.2014 (Download als PDF)
Direkt zu den Ergebnissen der Umfrage

“Bestandsschutz für Krankenhäuser ist Vollbremsung für die ASV”

Pressemitteilung vom 15.10.2014 (Download als PDF)

“Einführung von DMP ist Chance für die ASV”

Pressemitteilung vom 16.9.2014 (Download als PDF)

“Kein Bürokratiedschungel bei ASV-Anträgen”

Pressemitteilung vom 20.2.2014 (Download als PDF)

“Anstieg an Krebserkrankungen: ASV nun rasch umsetzen”

Pressemitteilung vom 10.2.2014 (Download als PDF)

„G-BA-Beschluss ist ein wichtiger Schritt zur praktischen Umsetzung der ASV“

Pressemeldung vom 22.03.2013 (Download als PDF)

„Trotz vieler Unwägbarkeiten – neue Versorgungsebene als Chance sehen“

Pressemeldung vom 30.01.2013 (Download als PDF)

„Große Streubreite: uneinheitliches Vorgehen der Bundesländer bei der Übergangsregelung für Krankenhäuser“

Pressemeldung vom 9.11.2012 (Download als PDF)

„Abwarten statt Handeln: nur schleppende Vorbereitungen für spezialfachärztliche Versorgung in den Bundesländern“

Pressemeldung vom 24.10.2012 (Download als PDF)

„Ambulante spezialfachärztliche Versorgung darf kein Ladenhüter werden“

Veranstaltungsbericht vom 23.07.2012 (Download)
Hintergrund: Mehr zur Veranstaltung

„Doppelstrukturen in der Onkologie vermeiden“

Pressemeldung vom 13.07.2012 (Download als PDF)

„Weg für junge Medizinerinnen und Mediziner in die Niederlassung ebnen“

Pressemeldung vom 08.05.2012 (Download als PDF)
Hintergrund: Umfrage des Hartmannbundes bei Medizinstudenten

„Innovative Versorgungsstrukturen dürfen nicht systematisch benachteiligt werden!“

Pressemeldung vom 29.02.2012 (Download als PDF)