Viele Leistungen, die früher nur stationär durchgeführt werden konnten, können aufgrund des medizinischen und technischen Fortschritts heute ambulant vorgenommen werden. Auf diese Verlagerung hat der Gesetzgeber in den letzten Reformen reagiert, indem er sukzessive Krankenhäusern ermöglicht hat, ambulant tätig zu werden, so für die Behandlung seltener oder schwerer Erkrankungen im Rahmen des § 116b SGB V.

Dieser Paragraph wurde nun durch das Versorgungsstrukturgesetz zum 1.1.2012 überarbeitet und somit die Grundlage für die “ambulante spezialfachärztliche Versorgung” (kurz: ASV) geschaffen. Die Grundidee: die ambulante Diagnostik und Behandlung seltener sowie komplexer Erkrankungen und bestimmte hochspezialisierte Leistungen werden in einen neuen Versorgungsbereich überführt. In diesem können dann sowohl Krankenhäuser als auch niedergelassene Ärzte bei entsprechender Qualifikation tätig werden.

Die Details der ASV wie die darin enthaltenen Krankheitsbilder und die Zugangsvoraussetzungen für Ärzte und Krankenhäuser müssen durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) erarbeitet und beschlossen werden. Am 21.3.2013 wurde eine erste Fassung der ASV-Richtlinie mit allgemeinen Regelungen verabschiedet. Mittlerweile wurden auch die Konkretisierungen für die ersten Krankheitsbilder (gastrointestinale Tumoren, Tuberkulose, Marfan-Syndrom) verabschiedet und in Kraft gesetzt.

Hier finden Sie die veröffentlichte ASV-Richtlinie und die Konkretisierungen auf den Seiten des G-BA.

Mehr Informationen zur ASV:

Krankheitsspezifische Voraussetzungen: